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VERHERRLICHUNG IN DER NS-ZEIT
NS-Zeit
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Das Löwendenkmal
Verherrlichung in der NS-Zeit (1933-1945)
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Das Löwendenkmal trägt die Inschrift: ,,Der Überzahl erlegen, im Geiste unbesiegt“ und spiegelt somit vermeintlich den ,,Unbesiegbarkeitsmythos des deutschen Volkes‘‘ wider.
Aus diesem Grund wurde das Denkmal während der NS-Herrschaft (1933-1945) verherrlicht, da es die scheinbar ungerechte Behandlung Deutschlands, die sich aus dem Versailler Vertrag ergab und Deutschland die Alleinschuld am ersten Weltkrieg zuschrieb, repräsentierte.
Der Unbesiegbarkeitsmythos ist auf die Dolchstoßlegende zurückzuführen. 1919 begründet Hindenburg die Niederlage Deutschlands im ersten Weltkrieg mit einem Dolchstoß der Heimatfront gegen die deutschen Truppen. Dafür soll es sogar Zeitzeugen geben. Diese Legende wurde vom Volk als Rechtfertigungsideologie angenommen, dass die deutschen Truppen eigentlich unbesiegbar gewesen seien. Später wurden die ,,Verursacher des Dolchstoßes‘‘ verfolgt, unter anderem Unterzeichner des Versailler Vertrags, nichtnationalistischen Gruppen, Kommunisten, Sozialisten und Juden.
Auch im Nationalsozalismus spielte die Dolchstoßlegende eine große Rolle, da sie die nationalsozialistische Propaganda stützte. Einige Menschen fassen heute das Denkmal als Denkmal nationalen Stolzes auf. Für andere ist das Denkmal ein Symbol nationalistischen Gedankenguts und wird deshalb öfter beschädigt.
In Bochum wurden in der NS-Zeit ca. 200 Juden ermordet und es gab ca. 3000 Zwangsarbeiter. Zum Andenken der Opfer und Angehörigen gibt es in Bochum 28 Kriegsgräberstätten. Die NSDAP Kreisleitung in Bochum war auch zu gleich der Verwaltungssitz des NS-Gaus Westfalen-Süd.
Zwischen 1942-1943 besetzte die Gauleitung das gesamte Gebäude ( jetzige Schiller-Schule Bochum) hinter dem Löwendenkmal. Im Sommer 1944 wurden drei Aussenlager in Bochum errichtet, außerdem gab es noch fünfzehn Großbunker, welche 74.000 Plätze hatten. Dazu gehörig der Hochbunker am Springerplatz.
Auch in Bochum kam es zu starken Bombardierungen. Das Schulgebäude hinter dem Löwendenkmal wurde im 2. Weltkrieg durch Luftangriffe fast vollständig zerstört. Der letzte Luftangriff auf Bochum fand am 10.04.1945 statt